Startseite

Aktuell
Gottesdienst
e 
Pfarramt/Adressen
Kinderbibelwoche
Gemeindestatistik

Wernsbach
Johanniskirche
Jakobsweg
Wehrkirche

Mitarbeitende

Kinder
Konfirmanden
Jugend
Familien
Frauenkreis
Senioren
Feste
Reisen
Posaunenchor
Chor
Flöten

Diakoniestation
Dekanat

Bildungswerk
Bethlehem

Lebensfeste: Taufe/ Trauung

Evangelisch

Kirche und Geld
Kinder entdecken Kirche

Links  
Impressum 
Zur Startseite

Bibelwochen

Bibelwoche 2012

Pfarrer i.R. Friedrich Walther aus Neuendettelsau (St. Nicolai) wird in diesem Jahr die Bibelwoche halten. Ein Faltblatt wird über die Einzelheiten informieren.

Gemeinsame Bibelwoche 2011 „Ich trage (d)einen Namen“ – Mit Texten aus dem Neuen Testament den Schatz der Taufe entdecken

 Luther sagte vollmundig: „Was aus der Taufe gekrochen ist, das mag sich rühmen, schon zum Priester, Bischof und Papst geweiht zu sein, obwohl es nicht jedem ziemt, dieses Amt auch auszuüben.“ Unsere Bibelwoche war keine Bischofssynode und erst recht kein Konklave. Aber aus der Taufe waren alle gekrochen, die Teilnehmer der diesjährigen gemeinsamen Bibelwoche zum Thema „Ich trage (d)einen Namen“ – Mit Texten aus dem Neuen Testament den Schatz der Taufe entdecken: die Präparanden und Konfirmanden, die Schwestern und Brüder der Kirchengemeinden Forst, Weihenzell und Wernsbach, die Musizierenden und die drei anwesenden Pfarrer und Ruhestandspfarrer. Alle bedachten und erspürten sie die Taufspuren Gottes in ihrem Leben. Aber der Reihe nach.  

Die Bibelwoche begann mit dem Gottesdienst in Wernsbach mit dem Thema „Taufe – Wer hat’s erfunden? (Matthäus 28,16-20)“. Pfarrer Peter Plack predigte eindrücklich von der Taufe als Geschenk Gottes. Dieses wunderbare Ritual unseres Glaubens ist nicht unsere Erfindung, sondern Gottes Setzung. Es ruht, wie auch das zweite evangelische Sakrament, auf einem Wort Jesu, und ist mit einer wunderbaren Zusage versehen: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Dass die Taufe uns nicht zu abgehobenen Enthusiasten macht, verdeutlichte der Prediger aus Oberasbach mit dem Bild einer Frau, die ein Geschenk mitten durch eine alltägliche Fußgängerzone trägt. Die Taufe soll unser Leben eben mitten im Lebensalltag bestimmen und uns tragen. Und selbst in Grenzsituationen ist sie noch ein Fundament, wie wir vom Reformator lernen können: Luther hat sich am Rande der Verzweiflung und in den größten Anfechtungen immer wieder seiner Taufe erinnert: „Ich bin getauft. Ich bin getauft!“, soll er sich selbst eingeschärft haben.

Am ersten Bibelabend in Wernsbach ging es dann um das neue Leben aus der Taufe (Römer 6). Unter dem Thema „Wie neugeboren“ führte uns Peter Plack in die manchmal fremde Bildersprache des Apostels Paulus ein. Er machte uns deutlich, dass gerade deshalb die drastischen Bilder des Sterbens und des Todes gebraucht werden müssen, weil es eben in der Taufe um das neue Leben geht: Mit Christus sind wir gestorben und mit ihm schon in die Auferstehung hineingenommen. An diesem Abend kamen viele Fragen über den eigenen Taufspruch auf:

- weil manche Teilnehmer nur einen Konfirmationsspruch kannten und nichts von einem Taufspruch wussten

- welche Taufsprüche neuerdings Karriere machen und warum – zum Beispiel: „Der Herr hat seinen Engeln befohlen, dass sie Dich behüten.“

- und seit wann es Paten und die Konfirmation gebe.

Das war überhaupt ein Kennzeichen der Bibelwoche: dass es immer auch um die eigene Tauffrömmigkeit ging. Wunderbar wurde so in der Bibelwoche das eigene Glaubensleben mit dem Leben der Bibeltexte verbunden und versprochen. 

Am zweiten Bibelabend in Petersdorf setzte textlich ein großer Stimmungswechsel ein. War am Tag davor von „Mitsterben und Mittod die Rede, ging es nun um die Glückssträhne der Taufe“, so Plack. Der Text aus dem Titusbrief (3,4-7) erzählt von der „geistlichen Wellness-Oase der Taufe“. Wir sind durch die Taufe „nicht nur sauber sondern rein“ so Plack unter Anspielung auf die Werbesprache. Die wunderbaren Segnungen und Gaben der Taufe münden in das dankbare und freudige Fest des Glaubens.

In einem Exkurs betonte Plack den wichtigen Stellenwert des Festes für unseren Glauben und verwies darauf, dass auch die Erlösung unter anderem als ein Festessen in der Bibel vorgestellt ist. Beim Propheten Jesaja (25,7-9) heißt es:  „Und der HERR Zebaoth wird auf diesem Berge allen Völkern ein fettes Mahl machen, ein Mahl von reinem Wein, von Fett, von Mark, von Wein, darin keine Hefe ist. Und er wird auf diesem Berge die Hülle wegnehmen, mit der alle Völker verhüllt sind, und die Decke, mit der alle Heiden zugedeckt sind. Er wird den Tod verschlingen auf ewig. Und Gott der HERR wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen und wird aufheben die Schmach seines Volks in allen Landen; denn der HERR hat's gesagt. Zu der Zeit wird man sagen: ‚Siehe, das ist unser Gott, auf den wir hofften, dass er uns helfe. Das ist der HERR, auf den wir hofften; lasst uns jubeln und fröhlich sein über sein Heil.‘“ Schließlich beendete Plack seine Auslegung mit dem schönen Hinweis auf die Bildsprache des königlichen Salbungsrituals, die er auch hinter dem Text sah, und den Worten: „Ihr seid Königskinder!“

Am dritten Tag in Wernsbach ging es dann um die „ehrenwerte Familie“ (1. Korinther 12). Damit ist nicht die ehrenwerte Familie der Mafiosi nicht nur der südeuropäischen Welt gemeint. Und schon gar nicht die Rede von der Familienehre, die angeblich geschändet werden könnte. Es ist die Familie gemeint, die Gott die Ehre gibt, die Gemeinschaft der Christen, alle Glieder am Leib Jesu Christi. Das Bild des Apostels Paulus vom Leib Christi und den Gliedern ist ein geniales Bild, wenn man die Gemeinschaft der Christen verstehen will. Drei Dinge drückt es besonders gut aus: Zum ersten lebt das Bild von den Unterschieden, es lebt nicht von der Homogenität,  sondern von der Pluriformität, von der Vielfalt also: Es sind eben nicht nur Hände am Leib, sondern ganz unterschiedliche Glieder. Zweitens sind die Glieder mit einander in Verbindung. Wie es im Korintherbrief heißt: „Wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit, und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit.“ Es geht also um Empathie und Solidarität am Leib Christi um das Teilen von Freud und Leid. Plack griff hier wieder auf das Familienbild zurück und gab als Beispiel das Kleinkind, das plötzlich anfängt zu laufen: „Auf ein Mal verändert sich die ganze Welt der Eltern mit den ersten Schritten des Kindes mit.“ Und schließlich geht es darum die Unterschiede anzunehmen, das Fremde auszuhalten und damit Gott die Ehre zu geben. In der Fragerunde am Ende des Abends ging es dann darum, ob die Kirchengemeinden auch Kirchenzucht üben sollten.

Am letzten Tag der Bibelwoche in Weihenzell ging es mit der Geschichte vom äthiopischen Kämmerer (Apostelgeschichte 8) um Gottes Wegführung. Unser Referent, Peter Plack, portraitierte den Evangelisten Lukas als „Meister biblischer Erzählkunst“. Mit wenigen sprachlichen Werkzeugen baue er eine Szene auf, die bei uns weiterklingen soll. Die Geschichte von dem Mann aus dem fernen Land, der vom Ein-Gott-Glauben des Volkes Israels fasziniert ist, sich auf den Weg macht und durch Gottes Führung jemanden begegnet, der ihm von Jesus erzählt, führt bei uns zum Weitererzählen. Wir schlüpfen in die Rolle des Philippus und fangen an, unsere eigene Predigt von Jesus Christus und unserem Leben zu machen. Aus Zuhörern werden mit dieser Geschichte Redende und Verkündende. Die Geschichte reizt uns zur Missionsarbeit. Und auch in dieser Perspektive sind wir in unserer pluralistischen Religionssituation gar nicht so weit entfernt von der Vielgötterei der antiken Welt.

Pfarrer Plack schloss seine letzte Bibelarbeit mit einem Zitat des größten Predigtlehrers des letzten Jahrhundert, Rudolf Bohren: „... vom Heiligen Geist berührt zu werden, ist die Chance einen jeden Gesprächs ...“.

Damit ging eine sehr interessante, gemeinsame Bibelwoche im Jahr der Taufe zu Ende. Das Gespräch geht weiter, wie unsere ambulante Taufkerze der drei Gemeinden deutlich macht. Denn an Kantate werden wir „unsere“ Taufkerze wieder entzünden. Denn die Taufe verbindet über Gemeinde-, Konfessions-, Orts- und Ländergrenzen hinweg die eine Christenheit der Welt.

Pfarrer Dr. Johannes Wachowski

Bericht von der Bibelwoche 2010

Im Anderen das Antlitz Gottes Sehen – Bibelwoche mit Dekan Zeilinger über die Jakobsgeschichten  

Einen spannenden Weg durch die Jakobsgeschichte, eine Geschichte zwischen Betrug und Segen, zwischen Verrat und Versöhnung, zwischen Menschenwerk und Gottes Geleit gingen die Besucher der Bibelwoche mit Dekan Günter Zeilinger. Nicht nur die Wort und Bilder der Erzählungen setzten sich in Bewegung in Richtung der frommen Gemüter. Die drei Gemeinden Forst, Weihenzell und Wernsbach bewegten sich aufeinander zu. Gottes Wort bewegt eben, innerlich und äußerlich,  Menschen und Institutionen. Aber der Reihe nach.

In den beiden Auftaktgottesdiensten in Wernsbach und Weihenzell nannte Dekan Zeilinger drei Ebenen, die in allen Jakobsgeschichten unterschieden und aufeinander bezogen werden müssen. In jeder Geschichte gibt es eine menschliche Ebene: es geht um das Zusammenleben von Ich und Du. Auf dieser Ebene können wir die Familiengeschichten der Jakobsgeschichte in unser eigenes Leben hineinziehen und zuerst verstehen. Die zweite Ebene ist die Erzählung von Jakob und seiner Familie. Im Mittelpunkt stehen Akteure, die Beziehungen und Orte der Geschichte. Und drittens geht es immer auch um Gottes Geschichte mit seinem Volk Israel und der Welt. Also Menschengeschichte, Jakobsgeschichte und Israel/Weltgeschichte werden in den Jakobsgeschichten erzählt.

Am ersten Tag wurde das schwierige Thema der Erstlingsgeburt und des Erstlingssegens thematisiert (1. Mose 25-27). Fragen an einen unverständlichen Gott schlossen sich an diese Geschichten an: Kann Gott das wirklich so gewollt haben, dass der Segen mit Betrug erschlichen wird? Und von was für einem Gott wird in den Geschichten dann erzählt? Mit diesen Fragen zog das Nachdenken über die dunkle Seite Gottes auf: es ist die Seite wo Gott uns fraglich wird, wo wir Gott nicht verstehen, wo wir mit Gott hadern und zu ihm klagen.

Pfarrer Dr. Johannes Wachowski informierte zum Erstgeborenenrecht aus einem jüdischen Kommentar zur Stelle. Dort heißt es: „Der Status des Erstgeborenen entstand durch die natürliche Geburt, obwohl man dieses Recht in frühbiblischer Zeit durch eine Missetat verlieren konnte, wie es zum Beispiel bei Ruben der Fall war (1.Buch Mose 48,13-20), oder verkaufen konnte, wie im Fall Esaus. In der späteren biblischen Zeit war es jedoch ausdrücklich verboten, den Erstgeborenen um sein Recht zu bringen (5.Buch Mose 21,15-17).

Man ging zwar davon aus, dass die Naturordnung der Geburt mit göttlicher Zustimmung geschah, glaubte aber auch, dass Gott nicht zwangsläufig an sie ge­bunden war. Er war frei seine Meinung zu ändern und denjenigen zu erwählen, den er in dem betreffenden Moment der Geschichte brauchte. Darin liegt die Bedeutung in dem häufigen Motiv, dass der Jüngere dem Älteren vorgezogen wird. Viele der großen Persönlichkeiten Israels erhielten ihre Berufung, indem Gott sie aus ihrer unterlegenen natürlichen Position heraushob: Josef, Ephraim, Mose und David - sie alle waren an zweiter oder an letzter Stelle geboren.“ (PLAUT, Die Tora, Band 1, 243).

Am ersten Abend legte uns Dekan Zeilinger auch die Geschichte von Jakobs Himmelsleiter (1. Mose 28) aus und wies uns auf die Veränderung im Segensverständnis hin. Vor 40 Jahren ging man noch ganz vorsichtig mit diesem Thema um, so der Dekan. Man segnete wenig und vorsichtig. Mittlerweile habe der Segen Konjunktur: es gibt irische Segenssprüche, Segnungsgottesdienste, persönliche Segnungen und auch in den Familien ist das „Sich-Segen“ wieder ein Thema. Und so lud der Dekan ein, darüber nachzudenken, was das Segnen und der Segen Gottes für jeden einzelnen persönlich bedeute.

Zum Wort Leiter (1. Mose 28,12), hebräisch Sulam, bemerkte Pfarrer Wachowski, dass die jüdische Tradition darauf hinweist, dass der Zahlenwert des Wortes Sulam der gleiche wie für das Wort Sinai sei, 130: Jakob hatte also in seinem Traum ein Sinaierlebnis.

Am zweiten Tag in Wernsbach wurde eine Brunnengeschichte erzählt. Jakob lernte seine späteren Frauen am Brunnen kennen und wird in der Geschichte zum „betrogenen Betrüger“. Denn er bekommt zuerst die falsche Frau und muss um die richtige sieben Jahre dienen. Die Geschichte, so Dekan Zeilinger, lehre uns u.a. auch das Bild eines rechten Herrschers. Ein guter Herrscher weiß zu dienen. Das ist dann auch ein Anknüpfungspunkt für das Neue Testament. Denn Jesus sagt von sich selbst, dass er zum Dienst gekommen sei: Er sagt es den Söhnen des Zebbädäus, er zeigt es in der Fußwaschung und betont es wenn er vom Menschensohn spricht: „Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.“ (Markus 10,45)

An den beiden folgenden Tagen in Weihenzell und Wernsbach stand das Thema Versöhnung im Raum. (1. Mose 30-32). An der Versöhnungsgeschichte von Jakob und Esau können man lernen, welche Wege man gehen und nicht gehen muss, wenn man sich versöhnt: der innere Kampf, das Ringen mit Gott (1.Mose 32) und das Gebet (1.Mose 32,10). Und man sieht, dass das Versöhnen einfacher ist als das Leben mit dem Versöhnten. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum sich Jakob und Esau am Ende der Geschichte wieder trennen.

Die Jakobsgeschichte wird nicht nur durch Engelsszenerien gerahmt (1.Mose 28,12 und 1. Mose 32,1-4) sie erzählt auch ein Modell der Begegnung: Wichtig ist, dass wir im anderen Menschen, auch im Fremden oder, um mit Jesus zu sprechen, sogar im Feind, das Antlitz Gottes zu sehen.

Zum Abschluss der Bibelwoche bekam Frau Zeilinger ein wunderschönes Linsensträußchen als Dank, dass sie ihren Mann in die drei Gemeinden begleitete, und Dekan Zeilinger das neue Buch von Hans-Martin Barth über Luther und einen jüdischen Kommentarband zur Jakobsgeschichte. Schalom!

BIBELWOCHE WERNSBACH - WEIHENZELL
28. Februar - 3. März 2010

ICH LASSE DICH NICHT, DU SEGNEST MICH DENN

Auslegungen zu Abschnitten aus den Jakobserzählungen

Die Jakobsgeschichten gehören zu den schönsten und spannendsten Geschichten des Alten Testaments - nicht nur für mich.
Sie sind es sicher für das Volk Israel gewesen, für die Frommen in diesem Volk, wenn sie über ihre Geschichte mit Gott nachgedacht haben, über die persönliche und die des ganzen Volkes. Sie enthalten die ganze Vielfalt des Lebens - eines von Gott gesegneten Lebens.
Uns wollen diese Jakobsgeschichten anregen, über unsere Geschichte mit unserem Gott nachzudenken - über die Geschichte unserer Kirche und die unseres eigenen Lebens.
Mit Ihnen, liebe Mitchristen in Wernsbach und Weihenzell möchte ich mich neugierig und staunend auf den Weg machen, Jakob und seiner Familie und ihrem Gott zu begegnen. Mit ihrer Hilfe wollen wir auch unser Leben mit all seinem Auf und Ab unter Gottes Segen neu entdecken.
Ich freue mich auf die Gottesdienste und die Abende mit Ihnen.
Günther Zeilinger, Dekan i.R